Kurzkonzept Krippengruppe

Mit der Öffnung unserer Gruppe für Kinder unter 3 Jahren möchten wir den veränderten Bedürfnissen nach einer Vereinbarkeit von Beruf und Familie entgegenkommen.

Jüngere Kinder haben andere Bedürfnisse als Kinder über drei Jahre – sie benötigen nicht nur mehr Platz, mehr Strukturen und andere Spielmaterialien, sondern vor allem eine intensivere Betreuung und eine verlässliche Bezugsperson, um sich gut zu entwickeln.

Unsere Krippengruppe ist ein Ort, an dem das soziale Miteinander und die (Weiter-) Entwicklung gefördert werden und vor allem auch das sich Geborgenfühlen im Mittelpunkt steht. Dabei soll das Kind, hauptsächlich beim Spielen seine sozialen, kognitiven, kreativen, motorischen, emotionalen und sprachlichen Fähigkeiten erwerben, intensivieren und weiter ausbauen können.

Das Team

Unsere Erzieherinnen, die in der Krippengruppe arbeiten, besuchen regelmäßig Fortbildungen mit dem Schwerpunkt U3. Des Weiteren sind alle Erzieher/Innen im Haus durch einen regen und regelmäßigen Austausch über die Krippenarbeit informiert und involviert.

Die Bezugsperson

Für das seelische und körperliche Wohlbefinden eines Kindes ist es wichtig, sich an einer festen Bezugsperson zu orientieren. Eine stabile Beziehung zwischen Kind und Erzieher/In ist unumgänglich und beginnt mit der Eingewöhnungszeit. Mit Anregungen und Orientierungshilfen unterstützt der/die Erzieher/In jedes Kind in seinem Bestreben Bewegungs-, Erfahrungs- und Fähigkeitshorizonte zu erweitern. Eine große Rolle spielt dabei das Vorbild des Erwachsenen, wenn sie z.B. ihre Aussprache, Mimik und Gestik nachahmen und schöpferisch in ihre eigenen Aktivitäten einbinden (Eingewöhnungskonzept siehe Gesamtkonzeption S.11).

Unser pädagogisches Arbeiten in der Krippengruppe

Die Erzieherin als einfühlsame Beobachterin

Kinder zeigen schon sehr früh, welche Verhaltensweisen, Situationen, Personen oder Gegenstände sie besonders gern wiederholt aufsuchen. Diese individuellen Vorlieben zu beobachten und zu fördern, ist Aufgabe der Erzieherin. Sie unterstützt die Kinder mit anerkennender Bestätigung, mit emotionalem Rückhalt, mit praktischer Hilfestellung oder mit Hinweisen. Jede Entwicklungsphase stellt einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zur selbständigen Bewältigung neuer Anforderungen dar. Die Erzieherin beobachtet aufmerksam die kindlichen Verhaltensäußerungen in Mimik und Gestik. Erst wenn es ihr gelingt, die Gefühlszustände, Handlungen und Reaktionen des Kindes differenziert wahrzunehmen, auch feinere Unterschiede im Verhalten zu entdecken oder beginnende Veränderungen zu spüren, kann die Erzieherin die dahintersteckenden Absichten oder Gemütsbewegungen verstehen und die kindlichen Äußerungen richtig deuten bzw. gezielt überprüfen.

Praktische Umsetzung der Anforderungen des Orientierungsplans BW

(Ergänzung zu S.10 der Gesamtkonzeption)

Die Gruppen sind bezüglich ihres Alters gemischt (1 und 2-jährigeKinder), damit die Jüngeren von den Älteren lernen und umgekehrt. Neben den vielfältigen Aktivitäten in den Gruppen werden auch Rückzugsmöglichkeiten angeboten. Jedes Kind bekommt ausreichend Möglichkeit, sich in die Kuschelecken zurückzuziehen, auszuruhen und Kraft zu tanken. So macht es wieder Spaß, gemeinsam mit den anderen zu spielen, zu toben und an den Verhaltensweisen der anderen eigene Gefühle zu erkennen. Unsere Aufgabe in der Gruppe besteht auch darin, die Kinder zu beobachten, um sie gemäß ihrem Entwicklungsstand in entsprechender Weise fördern zu können. Wenn nötig, helfen wir den Kindern bei Entscheidungsprozessen und Konfliktsituationen. Wir greifen Erfahrungen der Kinder aus dem Alltag auf und versuchen diese mit speziellen Angeboten und Einzelaktivitäten aufzuarbeiten und zu bewältigen. Während des ganzen Tagesablaufes wird das Kind mittels seiner Fähigkeiten motiviert, um Interessen und Gefühle altersgemäß zu entfalten. Rituale geben den Kindern Sicherheit, die sie stärkt und sie ihre Fähigkeiten besser entfalten lässt. Als festes Ritual sitzt die Gruppe täglich in der Morgenrunde zusammen.

Sprache

Kinder kommen auf die Welt mit einer angeborenen Vorliebe für sprachliche Laute. So sind das Erlernen des Sprechens und die Entwicklung der Sprache tägliche Bestandteile der pädagogischen Arbeit. Dazu gehört das Benennen von Dingen und Situationen im Alltag, das Sprechen und Nachsprechen von Lauten, Wörtern und Sätzen.

Über die Sprache werden Zusammenhänge erfasst und Beziehungen hergestellt. Durch den Stuhlkreis, beim Betrachten von Bilderbüchern mit den Erzieher/Innen, beim Singen und bei der Kommunikation der Kinder untereinander wird die Sprachentwicklung der Kinder durch die Erzieherinnen beobachtet und gefördert.

Bewegung (Körper)

Die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik wird im Gruppenraum, in der Turnhalle aber auch draußen mit Spiel-und Bewegungsangeboten gefördert. Neben den spontanen Bewegungsabläufen werden gezielte Bewegungen durch Balancieren oder Schaukeln auf vielfältige Weise erprobt und trainiert, aber auch durch ganz alltägliches wie z.B. Treppen steigen oder auf Stühlen sitzen, bekommen die Kinder mehr Sicherheit und lernen ihrem eigenen Körper zu vertrauen.

Kreativität (Denken/Sinne)

Unseren Kindern stehen verschiedenste, altersgemäße Materialien zur Verfügung. Diese können freiwillig genutzt werden und werden durch regelmäßige Angebote immer wieder bereitgestellt. So entsteht eine Vertrautheit im Umgang mit den Materialien und der Fantasie werden ständig neue Impulse vermittelt.

Soziale Kompetenzen (Gefühl und Mitgefühl)

Die Entwicklung von sozialen Kompetenzen ist ein zentraler Punkt in der pädagogischen Arbeit im Krippenbereich. Unter anderem sind die Förderung des Selbstbewusstseins, der Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, der Konfliktfähigkeit, Empfinden der Toleranz und der Selbstständigkeit wichtige Schwerpunkte, die im täglichen Miteinander stattfinden.

Ruhezeiten

Die Vorbereitung zum Schlaf hat im Tagesablauf eine ganz besondere Bedeutung. Diese erfolgt in ruhiger und entspannter Stimmung und nach einem den Kindern vertrauten Ritual. Wenn jedes Kind seinen Schlafplatz eingenommen hat, können ein Schlaflied oder leise Musik ihm dabei helfen, in den Schlaf zu finden. Es gibt immer wieder einzelne Kleinkinder, die keinen oder nur wenig Schlaf brauchen. Diese Kinder können nach einer kurzen Ruhepause wieder leise aufstehen und sich ihren Wünschen gemäß beschäftigen.

Ernährung

Täglich um 8:45 Uhr gibt es das gemeinsame Frühstück. Dabei essen die Kinder ihre eigene mitgebrachte Brotzeit. Unsere Eltern werden dabei angehalten, auf gesunde und ausgewogene Kost zu achten. Frisches Obst, Rohkost und Vollkornprodukte sollten wesentlicher Bestandteil dieser Mahlzeit sein. Das Mittagessen wird der Einrichtung von einem Catering Unternehmen geliefert. Das Essen wird in jedem Fall frisch zubereitet, kindgerecht gewürzt und so auf die Bedürfnisse unserer Krippenkinder abgestimmt.

Die Ernährung der Kinder unter einem Jahr wird mit den Eltern individuell besprochen. Sofern Kinder Allergien oder Unverträglichkeiten haben, werden diese selbstverständlich berücksichtigt. Die gesunde Ernährung ist wesentlicher Bestandteil für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung.

Sauberkeitserziehung

Die Kinder sollen über die tägliche Körperpflege ein gesundes Verhältnis zur Sauberkeit entwickeln und sich in ihrem eigenen Körper wohlfühlen. Während der täglichen Pflege vor und nach den Mahlzeiten ist es wichtig, dass die Kinder sich regelmäßig die Hände waschen und zur Toilette gehen. Das Wickeln der Kinder wird mit den Eltern besprochen, um auch hier auf Besonderheiten eingehen zu können. Ganz nach dem Ansatz von Emmi Pikler nehmen wir uns viel Zeit für die Sauberkeitserziehung und signalisieren den Kindern sowohl beim Wickeln als auch bei den Toilettengängen Geborgenheit und Sicherheit.

Der Gruppenraum

Die räumliche Ausstattung und Ausgestaltung unserer Krippe orientiert sich an den Bedürfnissen der uns anvertrauten Kleinkinder. Gemeinsames Spielen ist ebenso möglich wie vorübergehender Rückzug. Das Bedürfnis nach aktiver körperlicher Bewegung ist ebenso erfüllbar wie der Wunsch des Kindes nach Kontaktaufnahme zur Erzieherin und einem Spiel und Dialog mit ihr. Wir bieten entwicklungsgerechte Einrichtungsgegenstände und Spielmaterialien an und geben genügend Freiraum zum Kriechen, Laufen, Hüpfen, zum Ziehen oder Schieben. So sind die Laufwege frei und ohne Hindernisse. Klare Raumstrukturen unterstützen die Orientierung des Kindes im Raum. Wir haben unseren Gruppenraum so gegliedert, dass bestimmte Spiele in den dafür vorgesehenen Bereichen ermöglicht werden und die Spielutensilien dort erreichbar sind.