Waldkonzept

Kinderhaus St. Elisabeth

Ab September 2017

„Natur ist das große Bilderbuch, das der liebe Gott uns draußen aufgeschlagen hat.“ Joseph von Eichendorff

 

 

Pädagogische Ziele

Unser Wunsch ist es, dass die Kinder mehr Kontakt zur Natur bekommen und sich selbst als Teil dieser verstehen. Wir möchten die Kinder spielerisch an die Natur heranführen. Sie sollen eine Verbindung zu ihr bekommen und die Zusammenhänge und Abläufe im Jahreskreis verstehen lernen. Zudem bekommen die Kinder auch motorische und gestalterische Fähigkeiten vermittelt, die Sie mit allen Sinnen wahrnehmen können. Achtsam mit sich selbst und anderen Lebewesen umzugehen, Respekt und Wertschätzung der Natur gegenüber zu zeigen ist eine der größten Herausforderungen, die sich unsere Waldkinder täglich stellen.

Mit diesen Voraussetzungen werden konkret folgende Bereiche in der kindlichen Entwicklung gefördert:

· Soziales Verhalten (Menschen/Tieren und der Natur gegenüber)

· Grob- und Feinmotorik

· Kreativität

· Vermittlung von Werten

· Sprache

· Gesundheit und Wohlbefinden

· Sinneswahrnehmung

 


Einblick in unseren Tagesablauf


Grundsätzlich ist unsere Waldgruppe an mindestens 2 Tagen und an höchstens 4 Tagen in der Woche außer Haus.

Zeitlicher Rahmen:

- Treffpunkt im Kinderhaus bis spätestens 8:30 Uhr

- von ca. 8:30-9:00 Uhr - Aufbruch in die Natur (Grundstück/Wald/Spielplatz/Park/etc.)

- Ankunft am Ziel- Frühstück/Morgenrunde/Freispiel/angeleitetes Angebot

- von 10:00-10:15 Uhr – Sie haben die Möglichkeit ihre Kinder auf das Waldgrundstück zu bringen

- ca. 12:00 Uhr Mittagessen

- 13:20 -13:30 Uhr – Abholzeit auf dem Waldgrundstück

- Um 13:30 Uhr - Rückweg zum Kinderhaus

- Bis spätestens 14:00 Uhr - Abholzeit im Kinderhaus

Unsere Anlaufpunkte in der Natur

Das Grundstück…

bietet den Kindern einen gesicherten und geschützten Aufenthaltsbereich

beinhaltet eine Rückzugsmöglichkeit in Form einer Gartenhütte, welche vor allem im Winter Schutz vor Kälte und Nässe bietet

Wird wie ein Gruppenraum im Kindergarten behandelt. D.h. es wird gehegt und gepflegt

beherbergt eine Fülle von Tieren, Bäumen, Büschen, Blumen, Gras und Früchten, welche kontinuierlich zu jeder Jahreszeit erlebt werden können

ist ein guter Beobachtungsposten zur umliegenden Flora und Fauna

Vorlagen zur Nutzung eines eingezäunten Grünstückes für eine Waldgruppe vom KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden- Württemberg); des Gesundheitsamts und dem Amt für Arbeitssicherheit liegen dem Waldkonzept anbei!

Verschiedene Parks in Ettlingen und Umgebung (z.B. Watthaldenpark/Kurpark Reichenbach):

Jeder Park bietet aufgrund seiner unterschiedlichen Anlagen auch unterschiedliche Erlebnismöglichkeiten.

Der Watthaldenpark reizt mit seiner kleinen überschaubaren Anlage, in welcher man im See große Fische sehen kann.

Im Horbachpark ist der Wasserspielplatz vor allem im Sommer ein beliebter Anlaufpunkt.

- Der Vogellehrpfad im Kurpark Reichenbach vermittelt den Kindern Interessantes über unsere heimischen Vögel

Spielplätze in der Umgebung:

Der Albspielplatz mit seiner schönen Nestschaukel.

Der „bunte“ Spielplatz beim Schwimmbadparkplatz , welcher ein Trampolin besitzt.

Auf dem „Piratenspielplatz“ in Rüppur gibt es ein tolles Piratenschiff.

Das Labyrinth

Erkundung verschiedener Waldbereiche:

Der Ettlinger Wald hinter dem Naturfreundehaus gelegen.

Der Oberwald in Rüppur.

Der Wald in Spielberg.

Der „Wald“ im Allgemeinen bietet im Vergleich zum Park oder Grundstück ein vollkommen anderes Erlebnisfeld. Z.B. spenden die vielen Bäume im Sommer mehr Schatten, oder im Herbst ist oft der Geruch von Pilzen weit verbreitet.

 

 

Die Natur ist für die Kinder……

 

…. Ruhe und zugleich voller Geräusche des Lebens

Wir entfliehen täglich den bekannten Alltagsgeräuschen (viele Menschen, Autoverkehr, Baustellenlärm, Radio usw. ).

Wir stehen im stillen Wald und lauschen dem Wind in den Bäumen.

Wir liegen auf der Wiese und hören den Vögeln zu.

Wir stehen am Bach und hören das Wasser plätschern.

Wir sitzen in der Hütte und hören den Regen auf das Dach prasseln.

….ihr Spielzeug

Die Natur bietet eine Vielzahl an Spielmaterialien, welche das gewohnte ( z.B. Puzzle, Lego ) vollkommen ersetzen.

Am Stock ein langer Grashalm befestigt gibt eine Angel.

Aus Gräsern und Blüten wird wunderschöner Hals oder Armschmuck.

Steine in verschiedenen Formen und Größen werden zu Autos, Männchen, Tieren und noch mehr.

Aus Wasser und Sand kann man sich interessante Gebilde kreieren.

…. Ihr Bewegungsspielplatz

Alleine der Weg zum Zielpunkt beinhaltet oft einen guten Marsch.

Stabile Bäume werden zum Kletterturm.

Umgestürzte Bäume laden zum Balancieren und drüber springen ein.

Hügel und Berge werden mit Eifer erklommen, bestiegen und eventuell wieder hinuntergerollt.

Auch die Spielplätze bieten eine Vielzahl an Bewegungsmöglichkeiten.

….der direkte Kontakt zu den Jahreszeiten und dessen Witterungen

Im Frühling wird es langsam wärmer, die Sonne zeigt sich öfter und die Natur erwacht. Die Frühblüher tauchen auf und die ersten kleinen und großen Tierchen sind wieder zu entdecken.

Im Sommer wird es immer wärmer. Wir suchen öfter schattige Plätzchen oder Wasserstellen auf. Der Rasen muss öfter gemäht werden und an Bäumen und Sträucher wachsen viele Früchte.

Im Herbst wird es langsam kühler und der Regen lässt sich wieder öfter blicken. Die Blätter an Bäumen und Büschen verändern Ihre Farbe und die letzten Früchte werden geerntet. Einige Tiere sind schon nicht mehr zu entdecken.

Im Winter begrüßt uns morgens manchmal der Nebel und wenn es ganz kalt ist auch der Schnee. Alles wird grau und still und hält seinen Winterschlaf.

...ein großes Lexikon

Die Natur befriedigt in großer Vielzahl die Neugier und Wissbegier der Kinder. Im täglichen und direkten Erleben erschließen sich viele Sinn und Sachzusammenhänge.

Sie erwerben fast täglich neue Fachkenntnisse. Z.B. heißt der große Vogel der so ruhig am Horbachsee steht „Graureiher“. Oder die Blumen im Garten heißen Tulpen, Schneeglöckchen und Narzissen.

 

 

Wichtige Regeln der Waldgruppe

Alle Kinder der Waldgruppe müssen Windelfrei sein, da ein regelmäßiges und hygienisch unbedenkliches Wickeln in der Natur nicht zu jederzeit gegeben ist!

  1. Im Straßenverkehr

Ein älteres Kind läuft mit einem jüngeren Kind paarweise.

Auf dem Gehweg immer an der Häuserseite gehen.

Auf andere Fußgänger und Radfahrer Rücksicht nehmen.

Am Straßenrand immer warten bis die Gruppe zusammen ist.

Die ganze Gruppe achtet gemeinsam auf die Ampelzeichen.

Straßen werden zügig überquert, nachdem diese von den Erzieherinnen und Kindern gut überblickt wurde (Straßenverkehrsregeln werden regelmäßig eingeübt!)

  1. In der Natur

Leitsatz: Wir sind zu Gast in der Natur und wollen uns auch so verhalten!

Die Kinder bleiben in Sicht- und Hörweite. Vereinbarte Aufenthaltsbereiche dürfen ohne Rücksprache mit der Erzieherin nicht verlassen werden.

Nirgendwo lassen wir Müll und Abfälle liegen, alles wird sachgerecht in der Mülltonne entsorgt. Müll der bereits auf dem Boden liegt wird auf keinesfalls angefasst oder aufgehoben.

Bäume, Sträucher, Blumen usw. werden achtsam behandelt und nicht mutwillig zerstört

Es dürfen grundsätzlich keine Waldbeeren gegessen werden

Es wird kein Wasser aus stehenden oder fließenden Gewässern getrunken

Stöcke werden nicht in Gesichtshöhe gehalten. Es wird nicht mit einem Stock in der Hand gerannt. Keine Stoßbewegungen in Richtung anderer

Der Aufenthalt im gekennzeichneten Bereich von Waldarbeiten ist verboten

Tiere in ihrer Umgebung achten und respektieren.

Es werden keine Tiere absichtlich verletzt oder gar getötet.

Tote Tiere werden nicht von Hand angefasst.

 

 

Was die Kinder immer dabei haben müssen:

Einen Rucksack mit Regenschutz welcher sich im Bauchbereich schließen lässt.

Eine Flasche die eventuell sowohl für warme als auch kalte Getränke geeignet ist.

Ausreichend gesundes Vesper für Frühstück und Mittagessen.

Ein isoliertes Sitzkissen.

- Ganz wichtig wettergerechte Bekleidung und Schuhwerk

- Im Sommer – ausreichend Sonnenschutz


Alternative Tagesgestaltung bei nicht geeignetem Wetter/ Personalmangel oder Feste und Feierlichkeiten im Kinderhaus:

Da wir eine integrierte Waldgruppe sind, haben wir im Kinderhaus einen kleinen Gruppenraum in welchem wir uns aufhalten können. An Tagen die wir im Haus verbringen, schließen wir uns dem Kinderhausalltag an.

 

 

 

 

 

Vorlagen des KVJS:

Rahmenbedingungen und Voraussetzungen zur Betriebsführung

Um einen Waldkindergarten betreiben zu können, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein beziehungsweise werden:

• Gruppengröße bei allen Betriebsformen mit Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt maximal 20 Kinder. Personelle Besetzung: Zwei Fachkräfte und als Empfehlung eine weitere Betreuungskraft. Bei Ganztagsbetreuung mit bis zu 20 Kindern sind zwei Fachkräfte und eine weitere

Betreuungskraft notwendig.

• Eine schriftliche pädagogische Konzeption über Zielsetzung, Förderung

der Kinder, Tagesablauf, Aktivitäten, Ersatzprogramm für extrem schlechte Wetterlagen

• Ein fest umgrenztes Waldgebiet mit Nutzungsberechtigung durch Waldeigentümer und zuständiger Forstbehörde (siehe Anhang Gestattungsvertrag).

• Eine beheizbare Schutzhütte oder ein Bauwagen

• Abklärung von Vorsorgemaßnahmen für Gesundheit und Einhaltung von Hygienemaßnahmen mit dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt, zum Beispiel Impfungen, Zeckenschutz, Giftpflanzen, Beseitigung von Fäkalien, Händereinigung etc.

• Laufende Kontakte und Absprachen mit der Forstverwaltung wegen möglicher Gefahren, zum Beispiel Ast- Bruch nach Stürmen, Waldarbeiten, Veränderungen des Geländes auf Grund der Witterungseinflüsse etc.

• Eindeutige Vorgaben über Treffpunkt, Beginn, Ende, Abholort, Vertretungsregelungen, eventuell Mitwirkung der Eltern.

Vorlagen des Gesundheitsamt:

siehe Merkblatt


 

Gesundheitsamt

Karlsruhe, 27.01.2014

Telefon: 07 21 / 9 36 – 59 55

Fax: 07 21 / 9 36 – 51 43

E-Mail: gesundheitsamt.kinder.jugend@

landratsamt-karlsruhe.de

Frau Krämer

Frau Knoch

Herr Dr. Wagner

Aktenzeichen:41.411/ei

(Bei Antwortschreiben bitte angeben)

 

Landratsamt Karlsruhe, 76126 Karlsruhe

Waldkindergärten

Empfehlungen des Gesundheitsamtes Karlsruhe

Mitgeführt werden sollte:

  • Erste Hilfe Set (Verbandsmaterial), einschließlich Mittel gegen Insektenstiche, Handy und Notrufnummern, sauberer Wasserkanister mit Frischwasser oder Thermosbehälter, Seife (Flüssigseife), Toilettenpapier, Spaten zum Vergraben von Fäkalien, Plastikbeutel für Abfälle, Flasche mit Händedesinfektionsmittel, Sonnenschutz, evtl. Mückennetz gegen Wespen und Anti-Mücken-Lotion sowie Regenzelt oder Plane, Bestimmungsbuch für Giftpflanzen

Hygiene

  • Mindestens nach jedem „Geschäft“ – ob groß oder klein - und vor Mahlzeiten sind die Hände zu waschen. Der hierzu mitgeführte Wasserkanister ist täglich neu mit Trinkwasser zu befüllen. Die (Flüssig) Seife soll ph-neutral und gut umweltverträglich (abbaubar) sein. Zum Händeabtrocknen sollte jedes Kind sein eigenes möglichst kleines Handtuch mitführen. Die Handtücher sind täglich zu wechseln. Eine andere Variante ist die Verwendung von Einmalhandtüchern die dann mit dem Müll entsorgt werden können.

  • Im Wald verrichtete Fäkalien sind durch die ErzieherInnen zu vergraben.

  • Zur Teebereitung: Wir empfehlen, dass jedes Kind seinen eigenen Trinkbecher im Rucksack mitführt und dieser dann auch zu Hause gesäubert wird. Alternativ könnten auch hier Wegwerfbecher benutzt werden (evtl. sogar aus Pappe), die dann mit dem Müll entsorgt werden müssen.

  • Ein eigener Hygieneplan gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist zu erstellen.

Notfälle

  • Neben einem Handy für Notrufe und einem Ersten-Hilfe-Set sollten die Notfallnummern, die Telefonnummern der nahgelegenen Ärzte und die Telefonnummern der Eltern griffbereit mitgeführt werden. Den ErzieherInnen wird die Teilnahme an einem Erste-Hilfe Kurs empfohlen.

Impfschutz

  • Dringend empfohlen wird Kindern und ErzieherInnen ein Impfschutz gemäß den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch Institut (STIKO). Auf Grund der etwas erhöhten Verletzungsgefahr im Wald ist dabei insbesondere auf einen aktuellen Impfschutz gegen Tetanus zu achten. Auch die Impfung gegen die durch Zecken übertragene FSME (Frühsommermeningo-enzephalitis) ist bei häufigem Aufenthalt im Wald im Raum Karlsruhe zu empfehlen.

Zecken

  • Zecken können neben der seltenen FSME deutlich häufiger die Borreliose übertragen, eine bakterielle Infektion. Typisches (aber nicht immer auftretendes) Erstsymptom ist eine sich ausbreitende Hautrötung um den Zeckenstich, Tage bis Wochen danach. Zur Vorbeugung ist es sinnvoll, auch im Sommer Kleidung mit langen Ärmeln und lange Hosen sowie Strümpfe zu tragen. Zecken sollten möglichst frühzeitig sachgerecht entfernt werden. Deshalb sollten die Eltern angehalten werden, ihre Kinder abends nackt zu inspizieren (incl. Hautfalten, Achselhöhle, Haaransatz) und nach Zecken zu suchen. Wir halten es für sinnvoll, dass ErzieherInnen und Eltern absprechen, ob ErzieherInnen bei den Kindern im Wald Zecken entfernen dürfen/sollen.

Sonstiges

  • Auch für einen Waldkindergarten gelten hinsichtlich der gesundheitlichen Anforderungen und der Meldepflichten die Bestimmungen des Infektionsschutzgesetzes (§ 34 IfSG bzw. Empfehlungen für die Wiederzulassung in Schulen und sonstigen Gemeinschaftseinrichtungen). Generell gilt, dass Kinder mit Fieber (Temperatur ab 38° C), Durchfall und Erbrechen zu Hause bleiben sollen.

  • Den Kindern soll beigebracht werden, dass sie verendete aber auch zutrauliche Tiere nicht anfassen sollen.

Hinsichtlich der Gefahr des Fuchsbandwurms ist darauf zu achten, dass die Kinder keine vor Ort

gepflückten Beeren, Pilze und Pflanzen essen - Auch Vergiftungen können so vermieden werden.

Zur Vorbeugung einer Infektion mit Hanta-Viren ist Vorsicht beim Umgang mit Mäusekot geboten.

Ihr Gesundheitsamt Karlsruhe